Immobilien als Kapitalanlage
Ein Exposé enthält selten alle Angaben, die für eine belastbare Rechnung nötig sind. Hier erfährst du, wie Kosten, Finanzierung, Steuern und Rendite zusammenhängen. Die Beispiele verwenden dieselben Annahmen wie der Rechner.
Ein sinnvoller Einstieg
Bei einem konkreten Inserat bietet der Kaufpreisfaktor eine erste Einordnung des Verhältnisses von Preis und Miete. Danach sollten die Kaufnebenkosten berücksichtigt werden, weil sie den Kapitalbedarf erhöhen.
Für Cashflow und Steuerwirkung werden weitere Annahmen benötigt. Ohne ein konkretes Finanzierungsangebot bleiben insbesondere Zins und Rate Schätzwerte.
Aktuelle Marktdaten
Der Rechner verwendet diese Werte als veränderbare Vorgaben. Quelle und Berichtsstand werden jeweils mit angezeigt; die Aktualisierung erfolgt wöchentlich.
| Kennzahl | Aktuell | Stand |
|---|---|---|
| Bauzins, Zinsbindung über 10 Jahre | 4,04 % | 08/2026 |
| Bauzins, Zinsbindung 5 bis 10 Jahre | 3,81 % | 08/2026 |
| Wertsteigerung Wohnimmobilien | 3,20 % | 2025 |
| Umlaufsrendite Bundeswertpapiere | 3,45 % | 09/2026 |
| Tagesgeld | 0,51 % | 08/2026 |
| Inflation | 2,00 % | 12/2025 |
Herkunft und Reihenschlüssel jedes Werts stehen auf der Seite Datenquellen.
Häufige Fragen
Lohnt sich eine Immobilie als Kapitalanlage?
Das lässt sich nicht an einer einzelnen Kennzahl ablesen. Der Kaufpreisfaktor setzt den Kaufpreis ins Verhältnis zur Jahreskaltmiete. Für die laufende Belastung zählen zusätzlich Finanzierung, Eigentümerkosten und Steuerwirkung. Ein Vergleich mit anderen Anlagen ist nur aussagekräftig, wenn alle Varianten denselben Kapitaleinsatz erhalten.
Was ist ein guter Kaufpreisfaktor?
Der Kaufpreisfaktor gibt an, wie viele Jahreskaltmieten der Kaufpreis entspricht. Ein Faktor von 20 entspricht 5 Prozent Bruttomietrendite, ein Faktor von 30 rund 3,3 Prozent. Je höher der Faktor, desto weniger trägt die laufende Miete zum Kaufpreis bei. Ob ein Preis tragfähig ist, hängt auch von Finanzierung, Kosten, Lage und Zustand des konkreten Objekts ab.
Wie hoch ist die Abschreibung bei einer vermieteten Wohnung?
Für Wohngebäude gilt nach § 7 Abs. 4 EStG in der Regel ein linearer AfA-Satz von 2 Prozent pro Jahr. Bei Fertigstellung vor 1925 sind es 2,5 Prozent, für ab 2023 fertiggestellte Wohngebäude 3 Prozent. Abgeschrieben wird nur der Gebäudeanteil, denn der Grund und Boden nutzt sich nicht ab. Die Kaufnebenkosten gehören zu den Anschaffungskosten und werden im selben Verhältnis aufgeteilt. Eine nachgewiesene kürzere Nutzungsdauer oder die degressive AfA für begünstigte Neubauten können zu einem anderen Verlauf führen.
Warum senkt eine vermietete Wohnung oft die Steuerlast?
Zinsen, Bewirtschaftungskosten und Abschreibung sind Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung. Übersteigen sie die Mieteinnahmen, kann ein steuerlicher Verlust entstehen. Ob er im selben Jahr mit anderen Einkünften verrechnet werden kann oder zunächst vorgetragen wird, hängt von der persönlichen steuerlichen Situation ab. Mit sinkender Restschuld fällt der Zinsanteil; dadurch verändert sich die Steuerwirkung über die Jahre.
Ist der Gewinn beim Verkauf steuerfrei?
Nach § 23 EStG ist der Gewinn aus dem Verkauf einer vermieteten Immobilie im Privatvermögen steuerfrei, wenn zwischen Anschaffung und Veräußerung mehr als zehn Jahre liegen. Wird vorher verkauft, ist der Gewinn mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern. Bemessungsgrundlage ist der Gewinn auf Basis des um die bereits geltend gemachte Abschreibung geminderten Buchwerts.
Woher stammen die voreingestellten Zinsen?
Der Bauzins kommt aus der MFI-Zinsstatistik der Deutschen Bundesbank und gibt den tatsächlichen Durchschnittszins für Wohnungsbaukredite an private Haushalte wieder. Die Wertsteigerung leitet sich aus dem Häuserpreisindex des Statistischen Bundesamtes ab, die Inflation aus dem harmonisierten Verbraucherpreisindex. Jeder Wert trägt seine Quelle und seinen Berichtsstand sichtbar am Feld.
Diese Texte erklären allgemeine Zusammenhänge und sind keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung. Für die Beurteilung eines konkreten Objekts und der persönlichen steuerlichen Situation ist fachlicher Rat einzuholen.
Eigenes Objekt prüfen
Der Assistent führt in fünf Schritten durch die Eingaben. Zins und Wertsteigerung sind vorbelegt und können an das Objekt angepasst werden.
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